09.02.2012
Frage an Maria Fekter

Geben Sie hier einfach Ihren Namen und E-Mail Adresse an, um benachrichtigt zu werden, sobald eine Antwort zur Frage vorliegt:


Mit folgendem Link können Sie die Frage/Antwort direkt aufrufen:
THEMA: Finanzen
09.02.2012
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrte Frau Minister Fekter,

auf Grund einer beruflichen Neuorientierung musste ich mich kürzlich mit der Frage befassen, welche Pendlerpauschale kommt für mich in Frage.

Kleine Pauschale -> Öffentliche Verkehrsmittel sind zumutbar
Grosse Pauschale -> Öffentliche Verkehrsmittel sind nicht zumutbar

Etwas verwundert musste ich feststellen dass mir "nur" die kleine Pauschale zusteht.
Ich würde jeden Tag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln 2h5min für den Weg zur Arbeit und 2h5min für den Weg nach Hause benötigen.
Mit dem Pkw benötige ich 1h5min für 88Km. (eine Richtung)

Bei einer Normalarbeitszeit (exkl. Mehrarbeit) von 8,5h und der Verwendung eines öffentlichen Verkehrsmittel würde ich jeden Tag 12h40min für meine berufliche Tätigkeit aufwenden müssen.
Würde ich eine Überstunde leisten, wären es 13h40min.

Nun will mir das Gesetz erklären dass 4h10min Wegzeit (öffentliche Verkehrsmittel) jeden Tag zumutbar sind und mir deshalb keine grosse Pendlerpauschale zusteht.

Bitte um kurze Antwort weshalb das Finzanzministerium der Ansicht ist dass 4h10min zumutbar sind.

Mfg Vorname des Fragestellers
27.02.2012
Antwort von Maria Fekter

Maria Fekter
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Vielen Dank für Ihre Anfrage an Frau Finanzministerin Dr. Fekter betreffend
Unzumutbarkeitsbestimmungen beim Pendlerpauschale. Nach Mitbefassung der zuständigen Fachabteilung im Bundesministerium für Finanzen darf ich Ihnen Folgendes mitteilen:

Wie Sie richtigerweise feststellen, steht das große Pendlerpauschale nur zu, wenn die Benützung eines Massenbeförderungsmittels zumindest hinsichtlich des halben Arbeitsweges nicht möglich oder nicht zumutbar ist und der Arbeitsweg mindestens zwei Kilometer beträgt. Der Randzahl 255 der Lohnsteuerrichtlinien folgend gilt die Benützung eines Massenbeförderungsmittels als nicht zumutbar, wenn folgende Wegzeiten überschritten werden:

„…Beträgt die Wegzeit für die einfache Wegstrecke mit dem Massenbeförderungsmittel mehr als 90 Minuten aber nicht mehr als 2,5 Stunden, ist die Benützung des Massenbeförderungsmittels zumutbar, wenn die Wegzeit für die einfache Wegstrecke mit dem Massenbeförderungsmittel höchstens dreimal so lange dauert als die Fahrzeit mit dem KFZ. (vgl. VwGH 24.09.2008, 2006/15/0001; UFS 30.08.2010, RV/0223-G/09; UFS 04.04.2011, RV/0076-F/11)“

Nach Ihren Angaben benötigen Sie für die Strecke von 88 Kilometern mit dem PKW 1 Stunde und 5 Minuten und mit dem Massenbeförderungsmittel 2 Stunden und 5 Minuten. Den Richtlinien folgend, die durch die Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes und des Unabhängigen Finanzsenates untermauert wird, ist dadurch noch keine Unzumutbarkeit gegeben.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass das große Pendlerpauschale von seiner Konzeption her eine Disproportionalität zwischen Wegstrecke und Wegzeit kompensieren soll. Dies bedeutet, dass bei gegebener Wegstrecke unter der Benutzung von Massenbeförderungsmitteln nur eine überproportional hohe Wegzeit vom großen Pendlerpauschale erfasst ist. Der Umstand, dass sich die Wegzeit grundsätzlich mit der Wegstrecke proportional verhält und dadurch eine größere Distanz zwischen Wohnung und Arbeit auch eine längere Wegzeit in Anspruch nimmt, ist per se noch kein Anlassfall.

Ich hoffe, ich konnte mit diesen Ausführungen zur Klärung Ihrer Fragen beitragen.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Johannes Pasquali
BMF Kommunikation
Drucken   E-Mail   Link
Facebook   Twitter
lesenswert (2) Empfehlungen
RSS-FEEDS
RSS Alle Fragen und Antworten
als RSS-Feed
NEWSLETTER

TERMINE

» Parteiveranstaltungen
» Parlamentssitzungen
» Ausschusssitzungen

«     September    »
1   2  3  4  5  6   7  
8  9  10  11  12  13  14  
15   16   17   18  19  20  21  
22   23   24   25   26  27  28  
29  30