27.06.2012
Frage an Eva Glawischnig

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THEMA: Familie
27.06.2012
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrte Frau Glawischnig-Plesczek,

Wie stellt sich die Politik unseres Landes vor Kinder und Beruf zu vereinen?

Ich, 24 Jahre, Angestellte bei den Öbb im Schichtdienst, habe im Februar diesen Jahres meinen Sohn Paul zu Welt gebracht. Da es mir und meinem Lebensgefährten (ebenfalls angestellt bei den Öbb im Schichtdienst), aus finanziellen Gründen nicht möglich ist eine längere Karenzzeit als 12 Monate in Anspruch zu nehmen, muss ich also ab Februar 2013 wieder arbeiten gehen. Ich habe meinen Sohn bereits im April für zwei Städtischen Kinderkrippen angemeldet, jedoch würde mir gleich gesagt, dass es keine freien Plätze mehr gäbe. Seitdem hänge ich hinterm Telefon und versuche privat einen Betreuungsplatz zu bekommen, sowohl bei privaten Kinderkippen als auch bei Tagesmüttern. Jedoch blieb dies bisher alles ohne Erfolg.
Nun zu meiner Frage :
Wie stellt sich die Politik vor, dass Jungfamilien ohne Existenzängste zu bekommen, heutzutage überhaupt noch Kinder in die Welt setzen? Sollte für unseren Sohn ab Jänner kein Kinderbetreuungsplatz zur Verfügung stehen, sehe ich mich als arbeitsfähige und -willige Mutter mit aufrechtem Dienstverhältnis gezwungen meine unbefristeten Arbeitsvertrag zu kündigen, welches wohl kaum im Sinne unserer Politik sein kann. Und gerade ihre Partei steht doch für Familie und Zukunft in Österreich,oder?
10.07.2012
Antwort von Eva Glawischnig

Eva Glawischnig
Liebe Anna –Sara Vorname des Fragestellers,

vielen Dank für Ihre Frage! All jene Dinge und Umstände, die Sie beschreiben, sind uns bekannt und wir versuchen seit Langem die Regierung und die Verantwortlichen dazu zu bewegen mehr in Kinderbetreuungsplätze zu investieren. Erst im Jänner hat meine Kollegin, die grüne Familiensprecherin Daniela Musiol, ein Karenzmodell vorgestellt, durch welches Geld frei werden würde für die Errichtung von mehr Angeboten im elementarpädagogischen Bereich. Ebenso vorgestellt wurde seitens der Grünen ein Modell, wie künftig Familienleistungen zu gestalten wären: Durch vermehrte Investition in Sachleistungen statt in Geldleistungen könnte so in die fehlenden Betreuungsplätze investiert werden.

Geldleistungen alleine reichen nicht aus, um die Geburtenrate zu heben. Das Ziel der schwarz-blauen Regierung mit dem Kindergeld den Geburtenrückgang zu stoppen wurde klar verfehlt. Geburtenraten sind vor allem in den Ländern hoch, in denen die Erwerbstätigkeit von Müttern unterstützt wird, es ein großes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen gibt und generell ein familienfreundliches Klima herrscht.

Für die Schaffung dieser Rahmenbedingungen werden wir uns auch weiterhin einsetzen!

Mit besten Grüßen,

Eva Glawischnig
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